Service Strategie

Die digitale Transformation der Mitarbeiter

Tippt man die Worte „digitale Transformation“ in die Google Suchleiste erhält man 12.900.000 Ergebnisse, bei „Industrie 4.0“ sind es 38.900.000, und sucht man nach dem „Internet of things“ erhält man stattliche 199.000.000 Ergebnisse präsentiert. Man kann also davon ausgehen, da tut sich was.Die digitale Transformation der Mitarbeiter

Nachrichten zur Digitalen Revolution, zur Robotisierung der Arbeit, und zur künstlichen Intelligenz welche unsere Welt zunehmend durchdringen, hämmern täglich und über verschiedenste Kanäle auf uns ein.

Immer mit dabei ist auch der Begriff der „Digitalen Disruption“, als massive Bedrohung bewährter Geschäftsmodelle, oder zumindest einzelner Wertschöpfungsketten, und somit auch als erbarmungsloser Jobkiller. Disruption bedeutet schöpferische Zerstörung – ein Schreckgespenst für viele etablierte Unternehmen, für die „Start-Up Szene“ hingegen mehr als eine volkswirtschaftliche Vokabel, eher ein erfolgversprechendes Lebensgefühl. Digitalisierung ist also nicht etwas, was irgendwann passieren wird – nein, sie hat längst begonnen, sie passiert heute, morgen und in Zukunft.

Die Frage ist nur, was bedeutet dies alles für den einzelnen Mitarbeiter? Bisher haben wir vor allem Informationen digitalisiert, die aus Interaktionen mit Menschen entstanden sind und dem Menschen nutzen sollten. Aber was passiert, wenn nun auch Mitarbeiter digital transformiert werden sollen und was verändert sich dann für den einzelnen? Werden Mitarbeiter einfach durch Computer oder Roboter ersetzt und so zu einer „digitalen Synergie“?

Die beiden Begriffe „digital“ und „Transformation“ sind schon klare Indizien dafür, dass es sich wohl um einen Wandlungsprozess handeln muss. Die digitale Transformation steht für eine kontinuierliche Reise durch das digitale Zeitalter, und gleichzeitig auch für das Erreichen des höchsten Levels digitalen Wissens, das auf der tatsächlichen, digitalen Kompetenz und Nutzung eines Unternehmens aufbaut. Ziel ist die Transformierung und Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle, Unternehmensprozesse und des Kundenerlebnisses – sozusagen die digitale Rückkehr von „König Kunde“ in Verbindung mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Ergo, die strikte Ausrichtung auf den Kunden als notwendige Ausgangsbasis zur Digitalisierung der Prozesse. Wer sich nicht an den Kunden orientiert, der verliert ihn an den Mitbewerber, welcher in der digitalen Welt nur einen legendären Mausklick weit entfernt ist. Soweit die Theorie.

offline_shopping Von vielen Unternehmen wird die digitale Transformation vor allem als Zwang wahrgenommen, um weiterhin im Wettbewerb mithalten zu können, nur wenige sehen sie jedoch als Instrument der Differenzierung. Dabei steht gerade die Wertsteigerung für den Kunden im Fokus und digitale Produkte oder Dienstleistungen können als sinnvolle Ergänzung in die physische Produkt- und Dienstleistungswelt eingefügt werden. Onlineshopping steht heute leider immer noch oft für eine Art  „öffentlich zugängliches Warenwirtschaftssystem“, dem alle Attribute der Wissensvermittlung und Beratung fehlen. Um dem entgegenzuwirken, haben in den letzten Jahren immer mehr Unternehmen eine Multichannel Strategie erarbeitet, damit dem Kunden ein optimal verzahntes Kundenerlebnis, online wie offline, offeriert werden kann. Das Erforschen der unterschiedlichen „Customer Journeys“ und das entsprechende „Customer Experience Management“ haben dadurch stark an Bedeutung gewonnen.

Führungskräfte schätzen in einer Oracle-Umfrage, dass sie durch das Fehlen eines guten, konsistenten Kundenprozesses 20 % ihres Umsatzes verlieren könnten. Aus diesem Grund überrascht es nicht, dass es für 97 % der Führungskräfte geschäftskritisch ist, den Kunden ein gutes Kundenerlebnis zu bieten. 93 % der Führungskräfte gaben zu Protokoll, dass „Customer Experience“ eine ihrer drei Top-Prioritäten in den nächsten zwei Jahren sei. Diese Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass die Verbesserung eines digitalen Kundenerlebnisses für Unternehmen von enormer Bedeutung ist. Alle Experten sind sich in diesem Zusammenhang absolut einig, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens der zentrale Schlüssel für eine erfolgreiche, digitale Transformation sind. Warum? Auch im digitalen Zeitalter brauchen Unternehmen für das wirtschaftliche Überleben zufriedene Kunden und motivierte, freundliche, sowie kompetente Mitarbeiter spielen dabei eben eine ganz zentrale Rolle.

Laut CSC Economist Survey sehen jedoch 54 % der Unternehmen nicht die Verbesserung des Kundenerlebnisses, sondern die Effizienzsteigerung als primäres Unternehmensziel im digitalen kundenerlebnisTransformationsprozess. Man fokussiert sich also auf das Verbessern der operationellen Exzellenz für das Erreichen kürzerer Markteinführungszeiten, auf produktivere Mitarbeiter, schlankere Prozesse und auf einen effektiveren Einsatz der Ressourcen. Darüber hinaus besteht eines der größten Missverständnisse zur digitalen Transformation oftmals darin, bestehende Prozesse, Tätigkeiten und Denkweisen einfach auf digitale Kanäle zu übertragen. Die digitale Transformation wird dann einfach zu einem großen Softwareprojekt, und der Mitarbeiter scheint in dieser digitalisierten Welt nur noch eine Nebenrolle zu spielen. Aber dieser Eindruck täuscht gewaltig. Denn die Realisierung von Nutzen für Kunden in der täglichen Interaktion wird wichtiger denn je, und zusätzlich müssen die Infrastrukturen für die Digitalisierung ja auch von Mitarbeitern erstellt, erhalten und weiterentwickelt werden.

Wichtig ist auch zu erkennen, dass aus Kunden inzwischen aktive Gestalter der Wertschöpfungskette geworden sind. Es geht um viel mehr als nur um die reine Vermittlung von Produkten oder Dienstleistungen von Unternehmen an Kunden. Es geht um das Verstehen von Bedürfnissen, die co-kreative Gestaltung von Kundennutzen, das Schaffen von Begehrlichkeiten, schließlich um ein individuelles Kundenerlebnis.

Der Faktor Mensch wird also eine – vielleicht etwas andere – aber umso wichtigere Rolle spielen. „High tech and high touch!“ nennt sich diese Prognose, bezogen auf die neue Rolle des Mitarbeiters in der digitalisierten Unternehmenswelt. Kunden wollen, trotz aller digitalen Vorteile, in der täglichen Interaktion mit Unternehmen auf den persönlichen Kontakt an für sie wichtigen Touchpoints keinesfalls verzichten. Ganz im Gegenteil! Gerade deshalb müssen diese Interaktionen zwischen Mitarbeitern und Kunden gut durchdacht, klar definiert, kundenorientiert gestaltet und praxisbezogen vermittelt werden, damit im Zusammenspiel mit sämtlichen, digitalen Entwicklungen jederzeit ein professionelles Kundenerlebnis garantiert werden kann.

Wie wichtig dieser Umstand ist, zeigt der aktuelle DGB Index. In den Augen von 54 % der Beschäftigten hat die von ihnen zu bewältigende Arbeitsmenge infolge der Digitalisierung zugenommen, nur 7 % berichten hingegen von einer Verringerung. Aber nicht „die Technik“ bewirkt einen Belastungszuwachs oder -abbau, sondern das Wie und Wozu ihres Einsatzes zeigt negative oder positive Wirkungen auf die täglichen Arbeitsabläufe, Dienstleistungen und schlussendlich auch auf das Kundenerlebnis.

online_shoppingDie digitale Transformation schürt – wie fast alle historischen Evolutionsschritte der wirtschaftlichen Entwicklung zu ihrer Zeit – viele Ängste, und zwar gleichermaßen bei Unternehmen, wie bei deren Mitarbeitern. Natürlich werden auch diesmal Menschen direkt davon betroffen sein, weil ihre bisherigen Tätigkeiten einfach nicht mehr gefragt, oder schlichtweg nicht mehr notwendig sind. Man denke nur an Schlagzeilen, die es bereits im Jahr 2012 zu dieser Thematik gegeben hat: „Kodak ist pleite – ein Pionier der Fotografie hat die digitale Revolution verschlafen. Der jahrzehntelange Technologieführer ließ die Chance sich neu zu erfinden einfach verstreichen.“ Nach einer Erhebung des US-Ökonomen John Hagel betrug 1940 die durchschnittliche Lebenserwartung eines Unternehmens noch 75 Jahre – heute sind es gerade einmal 15!

Prof. Weinberg vom Hasso-Plattner-Institut hat diesen Wandel bereits trefflich skizziert: “Es wird in Zukunft nicht mehr um Hierarchien und Fachgebiete gehen, sondern darum, flexible Teams mit breitem Wissenshorizont zu bilden, die gemeinsam in einer hochgradig vernetzten Arbeitskultur an Projekten arbeiten. Bildlich ausgedrückt heißt das: Abschied vom Brockhaus-Denken. Das Lexikon ist für mich eine Metapher für Vergangenheit und lineares Denken mit klassischer Sortierung. In Zukunft werden Firmen vor Herausforderungen stehen, die nicht von einzelnen Abteilungen gelöst werden können. Die klassische Übersichtlichkeit, das Vertraute und die Komfort-Zone werden verschwinden.“Amazon-GO

Mit der digitalen Transformation werden sich trotz aller Ungewissheiten auch eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten eröffnen. Dafür werden andere Kenntnisse und Fertigkeiten notwendig sein. Doch auch für jegliche Initiativen zur digitalen Transformation ist es notwendig, dass Mitarbeiter den Umgang mit diesen neuen, digitalen Werkzeugen, Arbeitsabläufen oder Prozessen auf ganz praktische Art und Weise erlernen können. Mitarbeiter werden im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung immer mehr zu Orientierungsdienstleistern, zu Entscheidungsgehilfen und Lebensberatern ihrer Kunden. Deshalb wird es immer wichtiger, Mitarbeiter auf ihre neue Rolle, ihre neuen Aufgaben, auch bestmöglich vorzubereiten.

Die Digitalisierung schafft keine neue Welt, aber eine, in der die Kombinationsmöglichkeiten und Zugänge zunehmen. Es geht nicht um online ODER offline, sondern um ein neues Verständnis des eigenen Geschäftsmodells. Die Digitalisierung macht das sichtbar. Unternehmen und deren Mitarbeiter werden mit ihrer wichtigsten Ressource, dem Kunden, anders umgehen müssen. Nicht unterwürfig, sondern souverän. Arthur Clarkes hat es wunderbar formuliert: „Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“, oder von Walt Disney auf den Punkt gebracht „Magic is something you make!“.

Die digitale Transformation wird dann zur Chance, wenn Sie sie nutzen. Also los!

Kundenbegeisterung – ist doch ganz einfach…!?

Wann waren Sie das letzte Mal – als Kunde – von einem Unternehmen so richtig begeistert? Na? Wann, wo und warum? Alleine der Umstand, dass Sie doch einige Zeit nachdenken mussten – oder es vielleicht immerKundenbegeisterung noch tun – zeichnet doch ein etwas unschönes Bild der Realität im allerorts stark proklamierten „Age of the customer“ – also im Zeitalter des Kunden.

Kundenbeisterung im „Age of the customer“!

Das Zeitalter des Kunden ist laut einer Forrester-Analyse ein 20 Jahre umfassender Geschäftszyklus, innerhalb dessen sich die erfolgreichsten Unternehmen neu erfinden, um zunehmend anspruchsvollere Kunden systematisch verstehen und bedienen zu können. „It´s a buyer’s market, stupid!“ hörte man schon vor längerer Zeit aus den Chefetagen amerikanischer Unternehmen – aha! Hier drängt sich doch die Frage auf, wann wird nun wirkKundenorientierung_Kundenzufriedenheitlich – also in der Praxis – damit begonnen sich als Unternehmen neu zu erfinden und zwar so, dass ich es als Kunde auch – und bitte positiv – wahrnehme oder noch besser erlebe?! Eine der allergrößten Herausforderungen für Manager/innen besteht wohl darin, theoretische Erkenntnisse über Wege zur Kundenbegeisterung, in der Praxis selbst und durch Mitarbeiter umzusetzen. „If it’s common sense, why can’t we make it common practice?” fragt der Amerikaner. “Hausverstand ist eben nicht unbedingt auch gleich Hausgebrauch!“ könnte man als Deutsch Sprechender antworten. Für viele bezeichnet das „Zeitalter des Kunden“ auch gleich das Problem – nämlich „den Kunden“! Wie sagte Jean-Paul Sartre einmal so treffend: “Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“ Ersetzten Sie einfach Fußballspiel durch das Wort Unternehmen und Mannschaft durch das Wort Kunden.
Genau – alles ist schwieriger geworden, denn Kunden sind schlau, gut informiert, vernetzt, selbstständig und haben hohe Erwartungen, denn je mehr jeder Einzelne in der Konsumgesellschaft besitzt, desto wählerischer wird er. Das stimmt! Aber Kunden arbeiten ja auch irgenMitarbeiter_begeistern_Kundendwo – und dort sind sie doch sicher nicht auf einmal dümmer. Jeder Mitarbeiter eines Unternehmens ist der schlaue Kunde einer anderen Firma. Im Prinzip wissen wir alleKundenbegeisterung_in_der_Praxis was zu machen wäre, um unsere Kunden zu begeistern – wir machen es aber nicht! Wir erwarten aber im Gegenzug, dass jemand anderer es für und mit uns als Kunden macht. „Wissen” und “Machen“ sind und bleiben eben zwei vollkommen unterschiedliche Dinge! Wir glauben, sobald wir etwas wissen, werden wir uns immer daran erinnern und dieses Wissen auch in der Praxis anwenden. So ist das aber nicht. Selbst einfachste „Binsenweisheiten“ – wie zum Beispiel die Goldene Regel der praktischen Ethik: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst!“ – werden für viele Mitarbeiter in der Praxis zu schier unlösbaren Herausforderungen. Vor allem im Kontakt mit Kunden – also anderen Menschen! Der ehemalige deutsche Bundespräsident, Roman Herzog, hat einmal gesagt: „Wir sind schon ein merkwürdiges Volk, wenn wir mit Freude Maschinen bedienen, aber jedes Lächeln gefriert, wenn es sich um die Bedienung von Menschen handelt“. Wie Recht er doch hat!

Die „beliebtesten“ Gründe, warum Kunden ihre Beziehungen zu Unternehmen endgültig beenden, sind – bestätigt durch aktuelle Studien – immer noch:

• Unfreundlichkeit und mangelnde Höflichkeit
• Inkompetenz, Unwissenheit oder Unkenntnis des Personals
• Lange Wartezeiten am Telefon oder im Geschäft
• Allgemeine Ignoranz und Desinteresse am Kunden
• Schlechte Laune und Lustlosigkeit des Personals
• Arrogante Behandlung

Was machen weniger erfolgreiche Unternehmen nun, um diesem Umstand zu begegnen?

Da gibt es unterschiedliche Ansätze. Ein Trend liegt in der Verlagerung der direkten Interaktion mit Kunden vom Mitarbeiter hin zur Maschine – mehr „kundenfreundliche Autonomie rund um die Uhr durch Selfservice“ heißt das dann, beschreibend für den neu geschaffenen Webshop oder den hochmodernen Selbstbedienungsautomat. Wohl ein ziemlich falscher Schluss aus der Aussage von Herrn Herzog. Der Webshop oder Automat ist zumindest immer gleich „freundlich-neutral-gelaunt“ und macht auch generell weniger „Probleme“ als menschliche Mitarbeiter. Nachdem solche Investitionen aber ins Geld gehen, muss im gleichen Atemzug an den qualitativen Maßnahmen für die menschlichen Mitarbeiter weiter gespart werden. Gehen deren erwirtschaftete Umsätze zurück, klammert man sich richtig fest an die alten Konzepte, weil die früher ja gut funktionierten. Man rüttelt damiGeschäft als Bühne für KundenKundenbegeisterung_durch_Mitarbeitert an verschlossenen Türen und übersieht die neuen Türen links und rechts davon, die sich öffnen ließen und durch die man auch – Richtung Erfolg – hindurchgehen könnte. Die verbliebenen Mitarbeiter werden nun gern zur „Schulung“ geschickt, wo sie lernen, die alten Konzepte zu professionalisieren, damit das was bisher nicht funktioniert hat, nun noch besser nicht funktioniert – eben das Rütteln an verschlossenen Türen. Sehr beliebt ist auch das Auslagern – „Outsourcen“ – aufwendiger, ja man möchte meinen, fast schon störender Tätigkeiten an Dritte. Das Call-Center, ein äußerst „beliebter“ Tummelplatz für Kunden, die Fragen zu Produkten und Dienstleistungen eines Unternehmens haben und oftmals erst, nachdem sie eine telefonische Weltreise hinter sich gebracht haben, im „3rd Level Support“ – mit wirklich echten Mitarbeitern des Unternehmens sprechen dürfen. Wenn überhaupt! Dazu ein kleiner, sehenswerter Videobeitrag, der die traurige Realität zumindest für den Moment erheitert (Link dazu).
Callcenter_Kundenservice Oft zu erleben sind auch neue Mitarbeiter, deren „Einschulung” durch Vorgänger oder Kollegen mehr auf Weitererzählungen der eigenen Gepflogenheiten, als auf durch das Unternehmen vorgegebene Fakten basierend. Im besten Fall wird noch das Was erklärt, beim Wie, Warum oder dem Wofür ist der neue Mitarbeiter dann meist auf sich allein gestellt. Ach und übrigens: die Produktschulungen finden laut „Management-Info“ nun auch nur mehr außerhalb der Dienstzeit statt – also Ausstempeln nicht vergessen! Theorie ist, wenn man alles weiß, aber nichts funktioniert. Praxis ist, wenn alles funktioniert, aber keiner weiß warum. Bei manchen Organisationen sind Theorie und Praxis vereint: nichts funktioniert und keiner weiß warum. Vielleicht etwas zu ironisch, aber auch mit einem Funken Wahrheit im Kern.
Wen wundert es dann, wenn Mitarbeiter dauernd das „auf der Bühne“ und das „hinter der Bühne“ verwechseln, beziehungsweise gar nicht unterscheiden können. Denken Sie nach – wie oft wurden Sie selbst schon ungewollter Mithörer von Belegschafts-Interna an der Supermarktkasse? Kein neues Problem, wie Sie in einem unglaublich sehenswerten Videoausschnitt aus „Papa Ante Portas“ erleben können (Link dazu).Der Kunde stört
Oder wie oft haben Ihnen Mitarbeiter, ohne sie danach gefragt zu haben, haarklein dargelegt, auf Grund welcher betrieblichen Unzulänglichkeiten eine bestimmte Ware nicht verfügbar ist, oder weshalb ein Kollege nicht zum vereinbarten Termin erscheinen konnte. Und überhaupt, wenn es nach ihnen gehen würde, dann wäre ja alles ganz anders, man kenne ja schließlich die Probleme der Kunden, kann aber selbst nichts machen, und wegen dem Desinteresse in der Chefetage ist auch keine Chance auf Besserung in Sicht – ganz im Gegenteil, es wird eher noch Schlimmer werden! Vielen Dank, diese ehrliche Art der Information kann mich als Kunde nun wirklich nicht begeistern. Ach, und wenn einem gar nichts Neues einfällt, kann man ja immer noch die Preise senken. Der ewige Preiskampf – verbunden mit einer wachsenden Austauschbarkeit der Anbieter, wie auch jener der Produkte und Dienstleistungen – beruht vielfach darauf, dass die wahren Bedürfnisse der Kunden im Service- und Dienstleistungsbereich einfach völlig ignoriert werden.

Wie begeistern erfolgreiche Unternehmen ihre Kunden?

KundenfokusDer „Hausverstand“ von erfolgreichen Unternehmen sagt: „Kunden (Menschen) entscheiden sich für/schätzen/vertrauen/empfehlen Unternehmen (Menschen), die halten was sie versprechen“. Aber erfolgreiche Unternehmen gehen einen Schritt weiter, denn sie wissen nicht nur was Ihr „Hausverstand“ sagt, sie halten sich auch daran und machen diese einfache Wahrheit sozusagen zum „Hausgebrauch“!
Theorie muss also immer durch Menschen in die Praxis übersetzt und übertragen werden. Sonst ist sie komplett wirkungslos. Das Motto lautet: „It’s common sense and common practice!”

Der Begriff Kundenbegeisterung darf aber keinesfalls mit Kundenzufriedenheit gleichgesetzt werden. Kundenzufriedenheit bedeutet lediglich, dass der Kunde die Leistung, die er erwartet, auch bekommt. Zumindest hat die Wahrnehmung der erbrachten Leistung seine Erwartung erfüllt. Unzufriedenheit entsteht, wenn die Erwartungen höher sind als die wahrgenommene Leistung. Kundenbegeisterung hingegen bedeutet, dass die Erwartung sogar übertroffen wird. Zumindest muss der Kunde glauben, dass er mehr erhalten hat, als erwartet, und sich deshalb positiv überrascht fühlen! Die Überraschung ist ein wesentlicher Bestandteil der Kundenbegeisterung, sie ist spannend und vermittelt einem das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu erleben und etwas ganz Besonderes zu sein.

Was jeden Kunden bei jedem Kauf beeinflusst, sind Emotionen!

KundenerlebnisKaufentscheidungen finden nicht im Kopf statt, sondern im Bauch. Dabei punkten Produkte und Dienstleistungen, die gute Gefühle vermitteln, anstatt nur harte Fakten zu bieten. Gute Gefühle werden unter anderem durch Ästhetik, das Ansprechen aller 5 Sinne, Spaß, Einzigartigkeit, Ambiente, Vertrautheit und Prestige geschaffen. Es wird nicht nur das Produkt oder die Dienstleistung gekauft, welche/s zu einer Problemlösung führt, sondern die Werte und ein Gefühl, dass eine Phantasie, ein Traum oder Wunsch in Erfüllung gehen. Mit den richtigen Bildern schaffen Sie Kino im Kopf, was beim Aufmerksam machen, Beraten, Anbieten und Verkaufen äußerst förderlich ist.
Am Ende erwartet Ihre Kunden ein begeisterndes Kundenerlebnis und Sie ein großartiges Geschäftsergebnis. Denn eines stimmt immer: „Kunden werden sich nicht immer im Detail daran erinnern, was man ihnen alles gesagt oder alles für sie gemacht hat, aber sie werden sich immer genau daran erinnern, ob man ihnen ein gutes Gefühl vermittelt hat.“ Genau das haben die wirklich erfolgreichen Unternehmen bereits erkannt und in ihrer täglichen Realität bereits auch umgesetzt! Was hindert Sie eigentlich daran, es ihnen gleich zu tun? Hoffentlich nichts – meint Mario!

Service Bitte! Wecken Sie den ruhenden „Dienstleistungsriesen“ auch in Ihrem Unternehmen.

Kundenservice_StrategieWas hat sich eigentlich in unserer Marktwirtschaft verändert, dass Kunden mehrheitlich zu reinen Konsumenten degradiert werden, zu Verbrauchern am Ende der industriellen Verwertungskette, die dafür sorgen müssen, dass alles „wegkommt“, was andere verkaufen wollen? Ziemlich respektlos, ziemlich letztklassig! Wo bleibt das Verständnis für die wirklichen Bedürfnisse der Kunden, wo die Liebe zur Dienstleistung?

Gerade in der heutigen Zeit der Transparenz durch das Internet, wo es für Kunden noch nie so einfach war sich über Produkte zu informieren, diese miteinander zu vergleichen, Erfahrungen mit Herstellern oder Händlern untereinander auszutauschen – gerade heute liegt der wichtigste Erfolgsfaktor für Unternehmen in der perfekten Dienstleistung, die sie von allen anderen unterscheidet! Service versteht sich hierbei aber nicht als reiner Selbstzweck – nein! – es geht darum Kunden zu begeistern, sie zu treuen Stammkunden zu machen, um als Unternehmen davon natürlich auch finanziell zu profitieren.

Dienstleistung als Wachstumsmotor der Industrie:

Besonders viel Potenzial füServicegeschäft in der Industrier neue Dienstleistungen gibt es in vielen Branchen, auch in der produzierenden Industrie. Während die Industriebetriebe früher einen in sich geschlossenen Herstellungsprozess am Beginn einer Wertschöpfungskette darstellten, können diese heute nur dann langfristig überleben, wenn sie gleichzeitig nutzenbringende Dienstleistungen, rund um die von ihnen produzierten Produkte, anbieten. Die Grenzen zwischen Industrie, Handel und den verschiedenen Dienstleistern verschwimmen dabei immer mehr.

Das Servicegeschäft stellt somit eine äußerst attraktive Chance zur Geschäftsentwicklung dar, welche jedoch von den meisten Industrieunternehmen noch immer nicht, oder zu wenig genutzt wird. Laut einer Studie von Bain&Company sieht die Leistungsbilanz der Industrie – auf den ersten Blick – bereits heute sehr eindrucksvoll aus. Generiert doch das Servicegeschäft rund 26 % der Umsätze vieler europäischer Industriegüterhersteller, repräsentiert die Hälfte (!) der Branchengewinne und verzeichnet ein solides Wachstum von jährlich 5 Prozent.

Aber hinter diesen Zahlen versteckt sich ein enormes, nicht ausgeschöpftes Potenzial, denn bis heute bedient der typische Industriegüterhersteller nur 10 bis    25 % seiner Bestandskunden mit Service-Leistungen. Und viele Unternehmen wissen oftmals nicht, wie groß das volle Potenzial

ihres Servicegeschäfts tatsächlich ist. Die wenigsten Industrieunternehmen vermarkten ihr bestehendes Serviceangebot aktiv mit einer eigenen Vertriebseinheit. Stattdessen beantworten sie Kundenanfragen reaktiv und erfüllen die von den Kunden erwartete Leistung oftKundenzufriedenheit nur schlecht, oder gar nicht. Durch solch enttäuschte Kundenerwartungen vergeben sich die Unternehmen viele Chancen, natürlich auch in der Preisgestaltung.

Typischerweise kalkulieren sie ihre Gestehungskosten plus einer Servicemarge, berücksichtigen aber nicht, was der Service dem Kunden wirklich wert ist. So entstehen teilweise etwa sehr undifferenzierte Ersatzteilpreise und beinahe verschenkte Know-How-Transfers. Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten das Servicegeschäft gewinnbringend auszubauen – vom besseren Servicieren bestehender Kunden, bis zum Entwickeln vollkommen neuer Dienstleistungen, basierend auf dem meist großen Wissenschatz des jeweiligen Unternehmens.

Der Mitbewerb schläft nicht:

Wie die Wahrnehmung über das bestehende Dienstleistungsangebot im Umfeld mancher Industrieunternehmen aussieht, und welche Chancen sich daraus ergeben, zeigt das Beispiel Servicegeschäft in der Industrieder Firma „mehrService“ (Link) – der Name ist Programm – denn das Unternehmen bietet seinen Kunden ServKundenserviceice-Dienstleistungen für Blechbearbeitungsmaschinen aus dem Hause TRUMPF (Link). Nun ist es aber nicht so, dass sich der deutsche Maschinenhersteller TRUMPF – Marktführer auf dem Gebiet der Blechbearbeitung und Metallverarbeitung – nicht selbst um das Service-Geschäft für seine Maschinen kümmern würde. Warum kann sich ein Fremdanbieter dann also behaupten? Eine kleine Google-Recherche zum Thema führte mich unter anderem zur Arbeitgeberbewertungsplattform „Kununu“ (Link), sowie zu einem Forum für Experten & Anwender „CNC-Zone“ (Link) – also zu Mitarbeitern & Kunden der Firma TRUMPF. Ich möchte hier keine schnellen Schlüsse ziehen & überlasse jedem Interessierten seine eigene Beurteilung – trotzdem ist es sicher nicht falsch zu sagen: „Hier gibt es noch Potenzial für „mehr Service“!“ – und zwar im doppelten Sinne des Wortes und des Firmennamens.

Service ist Kundenfeedbackim aktuellen wirtschaftlichen Umfeld für viele Unternehmen eine der wenigen, verbleibenden Wachstumschancen, die auf keinen Fall – und schon gar nicht unfreiwillig – dem Wettbewerb überlassen werden dürfen. Denn Kunden benötigen guten Service auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und sorgen damit für gleichmäßigere und zuverlässigere Einnahmen, während das Neugeschäft für Maschinen und Anlagen stark von der Konjunktur abhängig ist. Investitionen in Service lohnen sich also – denn die Umsatzmargen mit Serviceleistungen sind viermal höher als jene der Produkte des traditionellen Investitionsgütergeschäfts.

Der Weg zum Dienstleistungsriesen:

Der Wandel vom Produkt- zum Dienstleistungsfokus erfordert jedoch ein klares Bekenntnis seine Prozesse und Kontaktpunkte kundenzentriert auszurichten, die Innovationsfähigkeit tief im Unternehmen zu verwurzeln, sowie das Bestreben die Unternehmenskultur – also das in der Praxis gelebte Miteinander von Mitarbeitern & Kunden – ändern zu wollen. Genauso wie sich im Umgang mit den KundService_experienceen mehr Gleichberechtigung entwickelt hat, wird sich auch das Verhältnis zum Mitarbeiter grundlegend anders gestalten müssen. Empathie wird zur Schlüsselkompetenz erfolgreicher Unternehmen. Führungskräfte – aber auch alle anderen Mitarbeiter – werden darauf angewiesen sein, die Wertvorstellungen der Interessenten, Kunden, Mitarbeiter, Partner & Lieferanten zu erfühlen. In Zukunft wird fehlendes Einfühlungsvermögen wahrscheinlich zum fatalen Wettbewerbsnachteil. Man braucht maximale Bereitschaft zuzuhören und die Fähigkeit in die Welten anderer Menschen einzutauchen, um perfekte Dienstleistungen zu entwickeln und diese einerseits für alle Mitarbeiter umsetzbar und andererseits für alle Kunden erlebbar zu machen.

Die Dienstleistungsrealität:

In vielen Bereichen lässt sich heute leider ein gegenläufiger Service-Trend beobachten. Durch das Internet ist es praktisch jedermann möglich, Produkte und Dienstleistungen zu vergleichen und oftmals gleich Kundenzufriedenheit_Customer_Experiencedirekt zum günstigsten Preis zu beziehen. Eine an sich gute Sache, die natürlich auch von den Unternehmen selbst immer stärker befeuert wird . Zur Klarstellung – das Internet selbst spielt hierbei nur die Rolle einer übergeordneten, technische Plattform und ist nicht der unkontrollierbare Schuldige an der Misere. Um aber dem daraus resultierenden Preis- und Kostendruck standhalten zu können, dezimieren immer mehr Unternehmen ihren Kundenservice und andere „weiche“ Qualitätsfaktoren ihrer Produkte. Viele Unternehmen reduzieren sich dadurch selbst – in der Kundenwahrnehmung  – auf Stückzahlen, Preise, Tarife & Konditionen. Die langfristig, negativen Auswirkungen dieser Entwicklung wurden und werden oftmals weder von Kunden, noch von so manchen Unternehmen, bemerkt oder vielleicht auch einfach ignoriert. Die Vorteile der niedrigen Preise scheinen zu überwiegen. Dass Kunden im Problemfall – vor Ort – keinerlei echte Hilfestellung mehr von den Mitarbeitern bekommen, dass man sich als Kunde am Telefon – wenn man denn mal endlich mit einem Menschen sprechen darf – durch verschiedene Service Level Mitarbeiter in verschiedenen Call Center durchfragen muss, dass verärgerte Kunden nicht mehr kaufen und ihrem Ärger nicht nur im engsten Kreis, sondern über die zahlreichen Social Media Plattformen freien Lauf lassen, all das erscheint vielen Unternehmen wohl nicht so schlimm. Eine neue Werbekampagne mit tollen Lockangeboten bringt scheinbar – für den kurzfristigen Moment – genug Ersatz für bereits verlorenen Kunden. Irgendwann werden aber Produkte durch das Fehlen einer zuverlässigen Serviceinfrastruktur so schlecht, dass sie für den Kunden de facto nicht mehr verwendbar sind. Der zum billigsten Tarif eingekaufte Tablet-Computer wird nutzlos, wenn dem Kunden bei gravierenden Problemen niemand entsprechend weiterhelfen kann. Diese Produkte werden also zu Gegenständen – die keinen Nutzen mehr bringen – und in Folge sinkt der Preis, den man als Kunde dafür zu zahlen bereit ist, Richtung null.

In einer aktuellen & repräsentativen Studie führte die Frage „Welches der folgenden Kriterien ist Ihnen beim Service besonders wichtig?“ zu folgenden Ergebnissen:Kundenerlebnis_CX

  1. Zuverlässigkeit: für 91 % wichtig bis sehr wichtig; der Anbieter hält sein Versprechen und erfüllt die Dienstleistung zum vereinbarten Termin;
  2. Höchste Qualität der Dienstleistung: für 89 % wichtig bis sehr wichtig;
  3. Kurze Wartezeiten und schnelle Rückmeldung: für 87,8 % wichtig bis sehr wichtig;
  4. Sehr gute, zufriedenstellende Beratung: für 87,7 % wichtig bis sehr wichtig;
  5. Höflichkeit, Zuvorkommenheit und Freundlichkeit: für 86,6 % wichtig bis sehr wichtig;
  6. Individuelle Beratung, also kein Standardservice: für 79,7 % wichtig bis sehr wichtig;
  7. Günstiger Preis, geringe Kosten oder ggf. Rabatte für Stammkunden: für 77,5 % wichtig bis sehr wichtig;
  8. Persönliche Betreuung, also nicht über einen Call-Center-Mitarbeiter: für 74 % wichtig bis sehr wichtig;
  9. Bequemlichkeiten, zB. viele Kontaktmöglichkeiten, Abholservices bei Reparaturen oder Erinnerungsnachrichten für Termine &
  10. Abholungen: für 67,5 % wichtig bis sehr wichtig;
  11. Extras in Form eines kleinen Geschenks oder einer zusätzlichen Zuwendung: für 35,1 % wichtig bis sehr wichtig.

Das Thema Preis rangiert nicht auf Platz 1 sondern auf Platz 7. Aber leider wird es in vielen Unternehmen immer wieder zur Nr. 1 gemacht, während der ruhende „Dienstleistungsriese“ weiter nicht geweckt wird.

Wie oft ist es der Fall, dass die verschiedenen Abteilungen in einem Unternehmens nicht wissen, welche Interaktionen die Kunden bereits mit Kollegen aus anderen Abteilungen hatten und keine Möglichkeit besteht, bereichsübergreifend auf Kundendaten zuzugreifen – wenn diese denn überhaupt, und in brauchbarer Form, vorhanden sind. Kunden sind gezwungen, bei jedem Kontakt mit dem Unternehmen ihre Kundennummer, Vorgangsnummer, Bestellnummer, Kontonummer, oder, oder, oder und ihr Anliegen erneut von Neuem vorzubringen, nur weil sie mit einem anderen Mitarbeiter verbunden sind, als beim letzten Mal. Ziemlich frustrierend – für Kunden & für Mitarbeiter.

Nutzen Sie Ihre Chancen! Seien sie ehrgeizig und wecken Sie den „Dienstleistungsriesen“ in Ihrem Unternehmen. Der Kunde ist kein störendes Element in der Wertschöpfungskette, sondern muss zum „Freund“ gemacht werden, der dem Unternehmen in der Rolle als „Change Agent“ hilft, Dinge zu verändern.

Großartige Unternehmen setzen auf großartige Kundenerlebnisse um erfolgreich zu bleiben! Machen Sie mit – es zahlt sich aus! Verspricht Mario.